„Der unsichtbare Kandidat“ – Statement der Kandidaten von DIE LINKE, SPD und Die PARTEI.

In dieser gemeinsamen Erklärung kritisieren die Bundestagskandidaten Simon Bärmann (DIE LINKE), Matthias Katsch (SPD) und Cornelius Lötsch (Die PARTEI) das vollständige Fernbleiben des Bundestagpräsidenten und Bundestagskandidaten Dr. Wolfgang Schäuble (CDU) von jeglichen Wahlkampfveranstaltungen im Wahlkreis 284 Offenburg.

Obwohl die Briefwahlunterlagen für die Wahl am 26. September bereits verschickt wurden und die Abstimmung über die Zusammensetzung des nächsten deutschen Bundestages damit längst begonnen hat, ist Wolfgang Schäuble als einziger Kandidat bislang zu keiner Podiumsdiskussion erschienen, die nicht von seiner eigenen Partei veranstaltet wurde. Auch Wahlkampfauftritte hat er bislang nicht absolviert. Wie will er in seiner solchen Sprachlosigkeit den Wahlkreis angemessen im Bundestag vertreten?

Wenn die CDU an einer Diskussionsrunde teilnimmt, schickt sie einen im Wahlkreis nahezu unbekannten Mann als Vertreter, der den Zuhörern als „Ersatzkandidat“ vorgestellt wird, obwohl es Ersatzkandidaten bei der Bundestagswahl gar nicht gibt. Auch bleibt unklar, inwieweit dieser Vertreter überhaupt berechtigt ist, Standpunkte und Meinungen Wolfgang Schäubles zu vertreten.

Diese Frage stellte sich etwa bei einer Podiumsdiskussion, zu der die Vereinigung Badischer Unternehmen und Verbände Ende Juli eingeladen hatte. Wolfgang Schäuble weihte zur selben Zeit lieber zusammen mit dem Oberbürgermeister und dem Privatsekretär des emeritierten Papstes in den Weinbergen über Offenburg ein privates Bauwerk der Familie Burda ein. 

Zur Podiumsdiskussion von Fridays For Future Offenburg im Rahmen des Klimacamps im August hat die CDU nicht mal einen solchen Vertreter geschickt. Und auch für eine im September anstehende Veranstaltung des Jugendbeirats in Kehl hat Wolfgang Schäuble seine Teilnahme bereits abgesagt. Der Bundestagspräsident nehme grundsätzlich nicht an Podiumsdiskussionen teil, heißt es dazu.

„Das zeigt eindrücklich, wie wenig der CDU an der Bewältigung der Klimakatastrophe und am Dialog mit der Jugend liegt“, kommentiert Matthias Katsch dieses Verhalten. Und Simon Bärmann, der mit 18 Jahren zu den jüngsten Kandidierenden bundesweit gehört, fragt noch tiefergehend: „Gehört es nicht zum Grundverständnis der Demokratie, sich die Zeit zu nehmen, Fragen von Bürgerinnen und Bürgern anzuhören und sich am Austausch von Ansichten mit politischen Konkurrenten zu beteiligen?“

So kritisiert auch DIE PARTEI: „Woher weiß der ‚ewige Abgeordnete‘ eigentlich, wie ihn der SWR nennt, was die Wähler wollen? Ergibt sich das für ihn daraus, dass er seit sage und schreibe 50 Jahren im Bundestag Sudokus löst?“ fragt Cornelius Lötsch. 

Wir würden uns freuen, wenn der Herr Bundestagspräsident und CDU-Kandidat für den Wahlkreis 284 diese Entscheidung noch einmal durchdenkt und künftig die Bereitschaft zeigt, sich der inhaltlichen Auseinandersetzung mit seinen Konkurrenten im Wahlkreis und somit einem demokratischen Diskurs zu stellen.

Simon Bärmann          Matthias Katsch          Cornelius Lötsch

1 Kommentar zu „„Der unsichtbare Kandidat“ – Statement der Kandidaten von DIE LINKE, SPD und Die PARTEI.“

  1. Ein mündiger Bürger

    Ein Kandidat für den Bundestag, der für Diskussionen mit seinen politischen Konkurrenten nicht zur Verfügung steht? Ein Kandidat für den Bundestag, der gar keine Politik machen, sondern präsidials thronen will? Ein Kandidat für den Bundestag, der im lieber im Hinterzimmer Kanzlerkandidaten kürt, alks sich dem Gespräch mit den Wählern zu stellen?
    WARUM SOLLTE MAN SO EINEN KANDIDATEN IN DEN BUNDESTAG WÄHLEN?
    Keine Stimme mehr für den schwarzen Filz im Land, bis Schäuble wieder einfällt, wo er eigentlich die 100.000 DM in dem schwarzen Koffer hingebracht hat, mit dem er für Helmut Kohl durch das Land reiste …

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